Endometriose: Mögliche Ursache für Unfruchtbarkeit

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Mit Endometriose leben – lesen Sie hier mehr zur Therapie und wie der Kinderwunsch doch noch wahr werden kann!


Endometriose ist eine häufige gynäkologische Erkrankung, die sich beispielsweise durch starke Regelschmerzen äußert.
Viele Frauen wissen jahrelang nicht, dass sie betroffen sind. Oft wird die Krankheit erst diagnostiziert, wenn eine Frau unter einem unerfüllten Kinderwunsch leidet.

Welche Symptome typisch sind und welche Behandlungsmethoden Linderung versprechen sowie die Fruchtbarkeit erhöhen, lesen Sie hier.


Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine Erkrankung, deren Name sich von „Endometrium“ ableitet, der medizinischen Bezeichnung für Gebärmutterschleimhaut.
Bei betroffenen Frauen kommt es zu gutartigen, oft sehr schmerzhaften, Wucherungen außerhalb der Gebärmutter, beispielsweise im Bauchraum, im Darm oder in den Eierstöcken.  

Wenn sich zyklusabhängig die Gebärmutterschleimhaut aufbaut, ist auch das versprengte Gewebe aktiv. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Endometriose-Vereinigung gehen von 40.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland aus.
Insgesamt sind Expertenmeinungen zufolge zwischen 5 bis 15% aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. [1]

Der Ursachen der Beschwerden auf der Spur

Forscher der Berliner Charité konnten die Wechselwirkung des Endometriums mit Nervenfasern nachweisen. [2]
Die Autorin der Forschungsarbeit, Silvia Mechsner, spricht von „Mini-Uteri“,die Muskelfasern, Nervenzellen und Drüsen ausbilden.
Sie vermutet, dass in dieser Besonderheit die Ursache der Beschwerden zu finden ist. [3]

Endometriose vorbeugen

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, guten Fetten und weißem Fleisch hilft einer Studie zufolge, das Endometriose-Risiko zu senken.
Besonders empfehlenswert sind grünes Gemüse und Obst. Der vermehrte Verzehr von rotem Fleisch wirkt sich hingegen negativ auf das Erkrankungsrisiko aus. [4]

Endometriose verursacht chronische Schmerzen

Regelschmerzen, die so stark sein können, dass sie Betroffene regelrecht außer Gefecht setzen, Beschwerden beim Toilettengang oder beim Sex:
Die Symptome bei Endometriose sind sehr komplex. Viele Frauen versuchen, sich mit ihren chronischen Schmerzen zu arrangieren, ohne dabei an eine Erkrankung zudenken.
Das ist auch der Grund dafür, dass durchschnittlich sechs bis acht Jahre vergehen, bis die Symptome zur Erkennung der Krankheit führen. [5]  

Typische Endometriose-Symptome

  • Starke Regelschmerzen
  • Chronische Unterleibsschmerzen (zyklusabhängig und -unabhängig)
  • Schmerzen beim Toilettengang
  • Starke Regelblutungen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

40 bis 60% der ungewollt kinderlosen Frauen sind erkrankt 

Wegen dieser vielseitigen Beschwerden wird die Erkrankung oft erst im Rahmen eines unerfüllten Kinderwunsches diagnostiziert:
40 bis 60% der ungewollt kinderlosen Frauen sind erkrankt. [4]

Die Endometriose-Herde können nämlich nicht nur starke Schmerzen verursachen, sondern kommen auch als Ursache für Unfruchtbarkeit in Frage.
So kann der Befruchtungs- und Einnistungsprozess beispielsweise durch verklebte oder geschädigte Eileiter blockiert werden.
Eine gestörte Kontraktionsfähigkeit der Gebärmutter wirkt sich zudem negativ auf die Fortbewegung der Samen aus. Auch die für die Samenweiterleitung zuständige Muskelschicht wird von Gewebeherden zerstört.

Behandlung der Endometriose durch OP

Nicht bei jeder erkrankten Frau besteht ein Leidensdruck, der eine Therapie erfordert.
Die Hälfte der betroffenen Patientinnen muss sich jedoch auf eine dauerhafte Behandlung einstellen, bis die Menopause in der Regel zum Ausbleiben der Beschwerden führt. [5]
Frauen, die aufgrund ihrer Symptome eine Endometriose-Erkrankung vermuten, sollten so früh wie möglich einen Gynäkologen aufsuchen.

Ein Test, der die Beschwerden abfragt, kann erste Hinweise geben. Die Diagnose lässt sich jedoch nur invasiv, mit Hilfe einer Bauchspiegelung, sichern. Auf diese Weise werden auch die Gewebeherde entfernt.

Die Endometriose-OP verhilft jedoch nicht immer dauerhaft zur Beschwerdefreiheit:
Das Rückfallrisiko liegt innerhalb von fünf Jahren bei 30%– solange die Eierstöcke funktionsfähig sind.
Ist dies nicht der Fall, steigt das Risiko auf bis zu 80% innerhalb von drei bis fünf Jahren. [6]

Endometriose OP

Hormontherapie bei Endometriose: Kinderwunsch doch noch erfüllen

Folgt auf die Endometriose-OP eine drei- bis sechsmonatige Hormontherapie, können sich die subjektiven Beschwerden verbessern und die Zeitspanne bis zum Wiederkehren der Gewebeherde verlängern.

Außerdem konnte mit der Kombination aus invasivem Eingriff und hormoneller Therapie eine erhöhte Schwangerschaftsrate verzeichnet werden. [7]
Für viele betroffene Frauen führt der erfolgreiche Weg zur Schwangerschaft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung über eine Kinderwunschbehandlung, wie beispielsweise einer künstlichen Befruchtung. [8]

Endometriose aktiv begegnen: Umgang mit körperlichen Schmerzen

Patientinnen mit der Diagnose Endometriose fühlen sich ihrer Erkrankung vielfach hilflos ausgeliefert. Dabei hilft ein reflektierter und aktiver Lebensstil, die subjektiv empfundenen Schmerzen besser zu verarbeiten und die Lebensqualität zu erhöhen.

Lassen Sie sich von folgenden Vorschlägen inspirieren:

  • Schmerztagebuch führen
  • Viel Bewegung und neue Sportarten entdecken
  • Entspannungstechniken erlernen
  • Alternative Heilmethoden (z.B. Akupunktur) ausprobieren
  • Offener Umgang in der Familie
  • Austausch in Selbsthilfegruppen

Fazit: Aktiv werden, um Lebensqualität zu steigern und den Kinderwunsch zu erfüllen

Endometriose ist eine unheilbare, aber therapierbare, gutartige Erkrankung.

Eine gesunde Ernährung trägt laut wissenschaftlichen Erkenntnissen dazu bei, das Erkrankungsrisiko zu verringern.
Bei Warnhinweisen sollten Sie Ihren Verdacht möglichst frühzeitig einem Gynäkologen vorstellen.

Die Behandlung sollte durch einen Experten erfolgen, der die Therapie auf die individuellen Symptome und im Hinblick auf einen möglichen Kinderwunsch abstimmt.
Als erfolgversprechend, hinsichtlich einer verbesserten Fruchtbarkeit, hat sich die Kombination aus Endometriose-Op und Hormontherapie erwiesen.

Ein aktiver und möglichst gesunder Lebenswandel sowie ein offener Umgang helfen betroffenen Frauen außerdem, ihre Beschwerden zu lindern und mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Quellen:
1.https://www.endometriosevereinigung.de/files/endometriose/infomaterial/Broschuere%20Mit%20Endometriose%20leben%202017.pdfhttps://www.frauengesundheitsportal.de/themen/endometriose/page/4/ 
2. Barcena de Arellano M.L., Arnold J., Vercellino F., Chiantera V., Schneider A., Mechsner S. (2011): Overexpression of the nerve growthfactor (NGF) in peritoneal fluid from women with endometriosis may promoteneurite outgrowth in endometriotic lesions. In: Fertil Steril, Jg 95 H 3,S.1123-1126
3. https://www.zeit.de/2017/41/endometriose-gynaekologie-frauen-krankheit/seite-2 
4. Parazzini Fet al: Selected food intake and risk of endometriosis. HumReprod 2004; 19(8): 1755-1759 
5. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-182007/endometriose-ein-hartnaeckiges-frauenleiden/ 
6. ebd. 
7. ebd. 
8. https://www.kbv.de/html/10590.php